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Schutz für alte Schätzchen

Viele Assekuranzen bieten spezielle Versicherungen für historische
Fahrzeuge an – doch nicht alle Angebote decken die gleichen Risiken ab.

Sie werden liebevoll gehegt und gepflegt und verlassen ihre sicheren Behausungen zumeist nur zu besonderen Anlässen: Wer einen Oldtimer sein Eigen nennt, der setzt sein „Schätzchen“ nur ungern dem rauen Alltagsstress aus. Entsprechend gering sind die Schadens- und Unfallquoten. Das haben auch die Versicherungsgeber in Deutschland erkannt – der Markt weist für historische Fahrzeuge, egal ob sie nun auf zwei oder vier Rädern rollen, inzwischen eine fast unüberschaubare Vielzahl von spezialisierten Angeboten auf. Doch welches ist das richtige?

„ Vergleichen lohnt“, betont Versicherungs-Experte Heinz Stüber aus Köln, „denn die Leistungsgarantien fallen zum Teil doch sehr unterschiedlich aus.“

Der Griff zu einem „gewöhnlichen“ Teil- oder Vollkasko-Vertrag für Alltagsfahrzeuge verbietet sich für Oldtimer ohnehin fast von selbst: 30 Jahre alte oder noch ältere Mobile werden von vielen Assekuranzen allenfalls noch als Haftpflicht-Kunde geduldet – hinter dem Antrag könnte sich ja auch eine beulenträchtige Rostlaube verstecken. Und, wie Stüber erläutert: „Bei diesen Policen, allerdings auch bei manchen der so genannten Oldtimer-Versicherungen wird lediglich der ,Zeit-‘ oder ,Marktwert‘ erstattet – und der weicht bei historischen Pretiosen natürlich dramatisch vom Wiederbeschaffungswert ab.“

Nächstes wichtiges Unterscheidungsmerkmal speziell für Vollkasko-Verträge: Was genau wird versichert? „Nicht nur bei besonders wertvollen oder raren Fahrzeugen empfiehlt sich eine so genannte ,All-Risk‘-Deckung“, so Stüber, einer der beiden Köpfe der Generalagentur „Coellnteam“. „Diese schützt nicht nur vor den finanziellen Risiken bei Diebstahl oder eines eventuell sogar selbst verschuldeten Unfalls, sondern kommt auch bei nahezu allen anderen Gefahren auf – zum Beispiel, wenn der Oldtimer einer Unterschlagung zum Opfer fällt.“

Einige wenige Angebote wie zum Beispiel das Produkt „Belmot“ der Mannheimer Versicherung gehen sogar noch einen Schritt weiter: Sie springen auch bei Schäden ein, die durch Fehlbedienung oder den Verlust von Schmiermitteln entsteht. „Im Prinzip werden lediglich Verschleiß, normale Abnutzung oder thermische Probleme ausgeschlossen“, so Stüber, der privat gerne einen Youngtimer über die Rennstrecke treibt.

„Nicht nur bei besonders wertvollen Fahrzeugen empfiehlt sich eine so genannte ,All-Risk‘-Deckung“ Heinz Stüber, Coellnteam

Checkliste – was Sie vor dem Abschluss einer Oldtimer-Versicherung prüfen sollten

  • Welche Bedingungen liegen dem Vertrag zugrunde?
  • Welches Versicherungsunternehmen steckt wirklich hinter dem Angebot?
  • Ist nur der Marktwert oder der Wiederbeschaffungswert versichert?
  • Bietet der Versicherer eine All-Risk-Deckung an?
  • Bestehen Ausschlüsse oder spezielle Selbstbeteiligungen für bestimmte Reiseländer?
  • Entspricht Ihre Garage den Sicherheitsansprüchen des Versicherers?
  • Gibt es Risiko-Ausschlüsse für die Teilnahme an Oldtimer-Veranstaltungen?
  • Ist die Kilometer-Leistung limitiert?
  • Haben Sie einen persönlichen Ansprechpartner?
Einen ausführlichen Vergleich aller Angebote finden Sie in „Oldtimer-Markt“ 4/2004 ab Seite 198.