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Mehr als ein Jahrhundert Motorsport

Der 1905 gegründete Düsseldorfer Automobil- und Motorsport-Club 05 e.V. zählt zu den ältesten Auto- und Motorradvereinen überhaupt. Von Altersmüdigkeit jedoch kann überhaupt keine Rede sein – wie die zahlreichen Clubaktivitäten beweisen.

Aller Rennen Anfang: Die

Für einen Senior im stolzen Alter von 102 Jahren ist der Düsseldorfer Automobil- und Motorsport-Club – kurz: DAMC 05 – nicht nur rüstig, sondern geradezu quickfidel: Die Organisation und Durchführung des Internationalen Oldtimer Festivals auf dem Nürburgring stellt alljährlich zwar den Höhepunkt des Vereinslebens dar, doch auch darüber hinaus stehen bei den waschechten Motorsportlern die Räder niemals still. „Stimmt, bei uns ist eigentlich immer etwas los“, bestätigt Dr. Rainer Temme als Clubvorsitzender. „Wir unternehmen zum Beispiel gemeinsame Ausfahrten oder schrauben zusammen an unseren alten Schätzchen. Zudem engagieren wir uns bei verschiedenen Events und Veranstaltungen in und um Düsseldorf, die nicht automatisch etwas mit historischen Automobilen zu tun haben müssen.“

Diese vielfältigen Aktivitäten haben ihren Ursprung in der ereignis- und abwechslungsreichen Geschichte des DAMC 05, die auf den 27. Mai 1905 zurückgeht. „An diesem Tag wurde der Club zunächst als Vereinigung von Motorradfahrern gegründet“, erläutert Temme. „Bereits ein halbes Jahr später fusionierte er mit der ebenfalls neuen Düsseldorfer Motorradfahrer-Vereinigung, um gemeinsam in die ,motorisierte Zukunft‘ zu starten.“

Noch vor dem 1. Weltkrieg führte der Club motorsportliche Veranstaltungen wie Zuverlässigkeitsfahrten durch. „Später fanden in Düsseldorf große Motorrad-Bahnrennen statt“, so Temme. Auch sportliche Meriten sammelten die Club-Mitglieder reihenweise. Jupp Müller – zweimaliger Deutscher Meister aller Kategorien – und Itz Rosenbaum errangen zum Beispiel unzählige Siege auf allen Rennstrecken Deutschlands. Gemeinsam mit Clubkollegen wie Heinz Kürten, Alfred Noll, Toni Ulmen und Kurt Volkhardt genießen sie bei Freunden des Motorrad- und Automobil-Straßenrennens auch heute noch einen sehr guten Ruf.

Nach dem 1. Weltkrieg nahm das Clubleben schnell wieder Fahrt auf. Das größte Ereignis stellte dabei die „Deutsche Tourist-Trophäe“ in Nideggen dar. Einige Funktionäre des Düsseldorfer Clubs betreuten die Einweihungsveranstaltung. „Dieses Eifelrennen legte quasi den Grundstein für den Nürburgring, der 1927 eröffnet wurde“, betont Temme und fügt mit einem Lächeln an: „Der Beitrag des DAMC 05 zur legendären Nordschleife darf also nicht unterschätzt werden ...“

Dabei beschränkte sich das Clubleben keineswegs auf motorsportliche Aktivitäten. Große Ballon-Verfolgungsfahrten, Fuchsjagden und Geschicklichkeitsprüfungen, aber auch Karnevalsfeiern sowie ein eigener Karnevalswagen im Düsseldorfer Rosenmontagsumzug von 1928 waren für die Motorsportler in den 20er und 30er Jahren selbstverständlich.

Wirtschaftswunder beflügelt den Neuanfang

1933 hatte sich der Club zunächst aufgelöst, 13 Jahre später begann dank des Engagements von Hermann Schlessmann, Toni Ulmen, Josef Jacobs, Werner Seidel, Jules Köther, Erich Hebmüller, Itz Rosenbaum und Heinz Müller die zweite Ära unter dem bis heute gültigen Namen. Zwölf Jahre später begründete der DAMC 05 gemeinsam mit dem Kölner Club für Motorsport und dem Bergischen Motorclub den ADAC Gau Nordrhein.

Der Wiederaufbau des Vereinslebens nahm mit Seifenkisten- und Gokart-Rennen sowie Geschicklichkeitsturnieren Gestalt an. Als waschechte Rheinländer waren die Clubmitglieder natürlich auch weiterhin im Karneval aktiv, doch erst durch die Organisation und Teilnahme an Orientierungsfahrten wuchs bei den Düsseldorfern das Interesse an nationalen und internationalen Rallyes.

Die Geburt des Internationalen Oldtimer Festivals

1970 begannen einige „junge Wilde“ mit der Organisation von Motorsportveranstaltungen, zum Beispiel eines Automobilslalons auf dem Parkplatz des damaligen Rheinstadions. Am 5. September 1976 folgte in Kooperation mit dem PSV und dem MSC Jan Wellem das erste Bergrennen auf der Südschleife des Nürburgrings. Schon ein Jahr später, 1977, fand der 1. DAMC 05 „Jan-Wellem-Bergpreis“ am Ring unter alleiniger Verantwortung statt. „Bereits im folgenden Jahr erstreckte sich die Veranstaltung über das gesamte Wochenende“, erinnert sich Clubpräsident Dr. Rainer Temme: „Das Fundament einer großartigen Erfolgsgeschichte …“

1983 feierte das Internationale Oldtimer Festival auf der legendären Nordschleife sein Debüt. Erstmalig gingen auch Motorräder und Seitenwagen an den Start. Nach dem Umbau des Nürburgrings fand das Festival auf der neuen Grand Prix-Strecke seine Heimat und ist heute als dreitägige Veranstaltung mit nahezu 800 Motorrad- und aus und 20 Nationen das bedeutendste Rennwochenende seiner Art in Europa.

 

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